Filmblog, Medienblog und der ganz normale Wahnsinn
tth | 23 März, 2005 11:50
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"Dieser Film sollte laut vorgeführt werden!“ heißt es direkt zu beginn des Films und wer jetzt schon überzeugt ist ein Meisterwerk vor sich zu haben sollte erstmal die nächste Szene abwarten. Denn es gibt definitiv keine bessere Methode einen Film zu beginnen, als die Hauptdarstellerin sich ausziehen und unter die Dusche gehen zu lassen. Die junge Dame heißt übrigens Tina und hofft auf ihren großen Durchbruch im Musikgeschäft. Aus eben diesem Grund fährt sie mit ihrer Yamaha zu den Studios in dem die legendäre Musikshow Formel 1 aufgezeichnet wird. Nur leider interessiert sich der Produzent nicht wirklich für ihr Demotape. Aber sie ist nicht die einzige die Schwierigkeiten hat. Die Toten Hosen lässt man erst gar nicht ins Studio. In diesem gibt es inzwischen das Problem, dass die 3. Sängerin der Flurs nicht zu finden ist. So wird einfach Tina in ein weißes Hemdchen gesteckt und soll sie doubeln. Ihr Auftritt dauert leider nur sehr kurz, da auf einmal die toten Hosen ins bild laufen und die Aufnahme versauen („Seht ihr eigentlich immer so aus“). Jetzt taucht auch endlich der dritte Flur auf und die Show kann weiter gehen. In dem ganzen Chaos überspielt dann dummerweise der Assistent Stevie zu allem Überfluss ihr Demotape.
Wer jetzt schon denkt die Story sie irgendwie hirnlos und ein wenig konfus, der irrt. Es wird noch viel besser. Aber was erwartet man schon anderes, bei einem film zur Show? Filme zu Serien ist man ja gewöhnt und man versteht auch, dass sich niemand den Reibach der damit zu machen ist entgehen lassen will, aber ein film der hinter den Kulissen einer Fernsehshow spielt ist echt mal etwas Außergewöhnliches. Die weite Story ist zwar eher Nebensache, aber trotzdem wirklich erzählenswert. Tina wird, da sie Meat Loaf davon abhalten kann seine Garderobe weiter auseinander zu nehmen Starbetreuerin bei Formel 1 und kommt letzten Endes doch mit Stevie zusammen. Der wiederum scheitert kläglich dabei ausgemustert zu werden und muss später zum Bund. Zu dem ist da noch der schmierige Produzent Plattenproduzent und Halbkriminelle Jimmy, der erst Tina in sein „Porno“ -Schlafzimmer lockt und später noch Tinas Freundin Suzy fies verarscht.Ich habs gesagt: Story ist bei diesem Meisterwerk von Wolfgang Büld, der seit Penetration Angst einer meiner absoluten Lieblingsregisseure ist, geht es am wenigsten um die Story. Der Film lebt von seinem schrillen 80 Jahre Design (wobei die damals wohl wirklich in pinken Leggins rum gelaufen sind), seiner Musik, den Gastauftritten der Stars und von seiner lockeren Art, die dafür sorgt, dass der Film nie zu professionell wirkt. Zudem ist es eine wahre Freude zu sehen wie jung z.B. Ingolf Lück und die toten Hosen mal waren. Diese haben sogar mehrer Auftritte die jedes mal für Lacher sorgen. Sie haben immer ihren Manager dabei, der den Style der „Men in Black“ und Agenten aus „Matrix“ vorweg genommen zu haben scheint und werden von ihm immer neu Kostümiert um möglichst den neuesten Trend zuvor zu kommen. So stecken die Punker im Film in den schrillsten Kostümen, von Surfern, über Kannibalen bis hinzu einem Auftritt als Village People Kiss Heavy Metall Verschnitt. Ebenfalls kultig ist, wie die Fünf versuchen im Fitness Center sportlich attraktiv für die Fans zu werden oder wie sie alle bei Tina zu Hause sitzen während ihr Vater, der doch so gerne modern seien will, versucht mit seinem Topmodernen Computer den nächsten Trend zu ermitteln. Ihren besten Auftritt haben sie jedoch, als sie das Auto des Formel 1 Regisseurs als Werbegag zu Kleinholz verarbeiten, was sie zwar um ihren auftritt in der Sendung bringt ihnen aber einen Werbevertrag eines amerikanischen Autoherstellers besorgt. „Evan Krauts cannot Beat American Cars!“Aber auch andere Stars und 80er Jahre Sternchen haben ihre Auftritte. Hier sticht besonders Falco hervor, der sich einfach perfekt selbst spielt und seinen Hit „Rock me Amadeus“ zum Besten gibt.Wie sehr dieser Film unsere Kultur geprägt hat sieht man sehr schön an der Szene, in der Tina und Stevie in ein paar Eimern Farbe landen. Man erkennt direkt dass die Macher von „Gina Wild“ diese Idee für ihre Filme von hier abgekupfert haben!Cool sind auch die Szenen in denen man sich der Einrichtung des Bavaria Filmparks bedient. So wird der Steinbeißer aus der unendlichen Geschichte gezeigt, eine Verfolgungsjagd durch die Kulisse von das Boot gemacht und die (von der Bundswehr beschlagnahmt) Bimmelbahn fährt durch eine Faust Produktion.Abschließend muss ich sagen, dass der Film wirklich Kultcharakter hat und von jedem 80er Jahre, Formel 1 und Toten Hosen Fan gesehen werden sollte. Er macht einfach Spaß und unterhält bestens auch durch die gute Musik!
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