PLANLOS-blog

Filmblog, Medienblog und der ganz normale Wahnsinn

Bauchtanz, Reis und Dip oder Ruhruni Bochum

tth | 20 März, 2005 14:01

Damit wir armen Schüler, die wir keine Ahnung haben, was wir nach dem Abitur machen wollen einen kleinen Einblick in den Uni-Alltag bekommen, haben wir einen kleinen Ausflug zum Tag der offenen Tür zur Ruhr Uni Bochum gemacht. Optisch gesehen ist die gute zwar nicht so der Hingucker, aber Betonklotzfetischisten und diejenigen die meinen zweckmäßige 60er Jahre Architektur sei ansatzweise so etwas wie schön werden ihre wahre Freude dort haben. Das Programm an sich fing richtig klasse an. Wir bekamen erst einmal eine Art Turnbeutel mit Reis, Dip, Wasser, Kochbuch, Salz, Werbung und einer kleinen Verhütungsfibel geschenkt. Im großen Hörsaal des Audimax gab es dann auch noch eine Bauchtanzvorführung, die uns wohl einen tiefen Einblick ins Studentenleben geben sollte. Leider wurde die Performanz der Damen vom Rektor die Uni unterbrochen. Welchen Zweck der erfüllt kann ich leider nicht sagen, da es niemand geschafft hat ihm klar zu machen, dass das Mikrofon viel zu leise war. Zudem gab es noch zwei Filme. Der erste war so eine Art Werbefilm für die Uni, in dem absolut verplante und nicht wirklich photogene Studenten erklären durften, warum die Ruhr Uni so ultimativ geil sei. Der zweite war jedoch wirklich super. Es war eher so eine Art Videoclip in dem ein Typ sich mit seiner Sonneliege auf den Campus legt und mit seiner Fernbedienung die Welt um sich herum morpht. Sah echt super aus und war klasse gemacht. Im Anschluss sollten wir uns bei den Studenten der jeweiligen Fachschaften einfinden die bereits vorm Audimax mit schildern auf uns warteten. Ich hatte zwar erst gedacht, zur Slavistik zu gehen, da es dort Frühstück gab, entschloss mich dann jedoch den Philosophen zu folgen. So fand ich mich in einem ziemlich kleinen Seminarraum, zusammen mit 2 definitiv androgynen Wesen, ein paar Kommunisten mit langen Haaren, einigen irgendwie fehl am Platz wirkenden Leuten und sogar ein paar halbwegs gut aussehenden Mädels wieder. Die zuletzt genannten waren dann auch die einzigen die irgendwie Ahnung von der Materie hatten, bzw. mal etwas sagten und man merkte ihnen an, dass sie wohl in der Schule richtigen Philounterricht gehabt hatten, in dem richtig gearbeitet wurde. Im Anschluss daran suchte ich die Medienwissenschaftler auf. Hier war der Andrang um einiges größer und richte fand es extrem unfair, dass gerade das Fach das ich studieren wollte so überlaufen war. Nachdem man uns dort auf jeden Fall zum ich weiß nicht wievielten mal das neue Batchelor, Master und Creditspointssystem erklärt hatte wurde es dort richtig interessant. Man führte und die ersten paar Minuten aus „Lola rennt“ vor. Die dadurch entstandene gute Stimmung wurde später jedoch durch die Nennung des NCs zunichte gemacht. Nach kurzer Orientierungslosigkeit machte ich mich dann endlich auf die Slavisten zu suchen und fand auch die Reste des Frühstücks. Das Seminar über die Volksrepublik Polen, welches ich besuchte bot mir zwar nicht so viel neues, aber das ganze war doch irgendwie sympathisch. Den „Polnisch in 20 Minuten“ Kurs habe ich dann leider verpasst, da ich eine Verabredung in der Kantine hatte. Alles in allem ein recht informativer Tag, der mich nicht wirklich weiter gebracht hat, aber doch die Möglichkeit bot mal bei einer Uni reinzuschnuppern.



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