Filmblog, Medienblog und der ganz normale Wahnsinn
tth | 02 November, 2007 19:56
Lissi führt ein glückliches Leben mit ihrem Kaiser Franz und wird durch den Yeti aus der Idylle ihres Schlosses herausgerissen. Da die Armee mit Aufständen in Ungarn, dem Krieg mit Preußen und dem Abbau von Überstunden beschäftigt ist, macht sich der Kaiser höchstpersönlich auf Rettungsmission. Begleitet nur von seinem treuen Feldmarschall und seiner lüsternen Mutter, die versucht diesen mit Sexdrogen aus Böhmen flachzulegen.
Derweil entdeckt Lissi die freundliche Seite an ihrem Entführer und gerät mit ihm in immer neue Schwierigkeiten. So haben es zwei bayrische Jäger auf den Yeti abgesehen, die zwar kaum deutsch, aber dafür perfektes „British English“ sprechen.
Bei Michael „Bully“ Herbigs letztem Film „(T)Raumschiff Surprise“ habe ich ziemlich genau zweimal gelacht. Im Gegensatz zu diesem ist „Lissi und der wilde Kaiser“ wirklich großes Kino. Denn anstatt lahme Schwulenwitze zu reißen merkt man hier den Versuch eine echte Satire auf die Beine zu stellen. Zwar wurde der anarchische Witz der Sissi Sketsche aus der Bullyparade recht häufig Familienfreundlichen Albernheiten geopfert, aber wer Bully mag wird sich daran nicht stören. Genauso wenig wie daran, dass die Animation des Spektakels aus finanziellen Gründen nicht mit aktuellen amerikanischen Animationsfilmen mithalten kann. Was definitiv stört ist, dass Bully unter der Komikerkrankheit Nummer Eins leidet. Er recycelt zu viele alte Gags.
Ob man sich „Lissi und der wilde Kaiser“ im Kino ansehen muss, sei einmal dahingestellt. Aber wer ein bisschen wartet, kann ihn sich ja bei der TV-Auswertung auf Pro7 ansehen.
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