Filmblog, Medienblog und der ganz normale Wahnsinn
tth | 27 Oktober, 2007 18:52
Der Film beginnt in aller neuseeländischen Schafzüchter Idylle. Doch mit dieser ist der junge Angus ganz und gar nicht einverstanden. Um seinen kleinen Bruder Henry ein bisschen zu erschrecken tötet er dessen Lieblingsschaf mit einer Axt und streift sich Teile des blutigen Körpers. Dadurch dass Sekunden später die Nachricht hereinbricht, dass der Vater der beiden Brüder tödlich verunglückt ist, hat Henry auf einmal eine Schaffphobie.
Jahre später hat Angus die Farm in ein florierendes Großunternehmen verwandelt, während sein Dasein in der Stadt fristet und sich beim Seelenklempner behandeln lässt. Um Angus seinen Teil der Farm zu verkaufen, reist er zum ersten Mal an den Ort seiner Kindheit. Mit dem Taxi wohlgemerkt.
Die Probleme fangen an als die zwei militanten Hippie-Umweltschützer-Tierrechtsaktivisten Grant und Experience auftauchen. Sie stehlen einen genetisch veränderten Schafklon und lassen das Gefäß in dem das ziemlich ekelig wirkende Viech steckt fallen und befreien es so. Während Grant von ihm gebissen wird stößt Experience Henry und seinen alten Kumpel Tucker. Nachdem Experience erst einmal daran gehindert werden kann, mit einem Gewehr auf die beiden zu zielen tauchen auf die ersten angrifflustigen Schafe auf, die einen gewaltigen Hunger auf Menschenfleisch haben. Der gebissene Grant verwandelt sich derweil selbst in einen halb Mensch, halb Schafmutant. Auch Tucker und Angus werden später gebissen und bekommen langsam Hufe. Im Gentechnischen Labor der Farm ist man zwar begeistert darüber, aber als die Killerschafe über die Präsentation herfallen, auf der Angus sein perfektes Klonschaf vorstellen will, bricht der blanke Horror und ein ordentliches Gemetzel aus.
Menschenfressende Schafe und Menschen die sich in solche verwandeln sind ja eine nette Idee. In Dead Meat von 2004 gab es zwar schon Zombiekühe durch Rinderwahn, aber Black Sheep ist wesentlich professioneller als der Kuhhorror.
Ein ganz großes Lob muss man den Splatter- und Goreeffekten in Black Sheep aussprechen. Diese tauchen zwar nicht in Maßen auf, aber wenn die Menschen von den Schafen niedergemetzelt werden, dann kriegt man viel mehr und besseren Splatter zu sehen als in manch anderem Horrorfilm. Für ganz harte gibt es sogar eine Szene in der ein Schaff einen Penis abreist. Solche Kastration hab ich sonst nur in Kannibalenfilmen oder 70er Jahre Horrorsex-Filmen gesehen.
In Manier von Woody Allens „Was Sie schon immer über Sex wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten“ wird natürlich auch Sex mit Schafen thematisiert. Aber auch neben Schafsex ist am Humor in Black Sheep nichts auszusetzen. Auch wenn die Hippiewitze doch arg aufgesetzt wirken, machen Gedärme einfach immer Spaß.
Was das Filmvergnügen leider ein bisschen stört ist das schwache Drehbuch und die flachen Charaktere. Letzteres kommt zwar in vielen Horrorfilmen vor, aber hier wäre echt mehr drin gewesen. Für das schlechte Drehbuch gibt es hingegen keine Entschuldigung. Eine auswegslose Situation dadurch zu lösen, dass da auf einmal ein unterirdischer Gang ist, ist einfach unterste Schublade. Auch sonst merkt man in der zweiten Hälfte des Films, dass man nicht so ganz wusste, wie man den Film voll kriegen sollte.
Wer sich davon nicht abschrecken lässt, wird mit Black Sheep als einer klasse Splatterkomödie mit politisch ökologischer Botschaft garantiert glücklich werden.
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