Filmblog, Medienblog und der ganz normale Wahnsinn
tth | 11 Oktober, 2007 22:11
Der Professor des Proseminars für Politische Theorie und Ideengeschichte hat sich in den Kopf gesetzt dieses Semester strenge Abgabefristen für Hausarbeiten zu setzen. Grund dafür ist, dass er im letzten Jahr gar keine gesetzt hatte und dass er demzufolge recht lange auf die Arbeiten warten musste. Außerdem machen das die harten Politologie Kampfmaschinen bei den Internationalen Beziehungen ja auch so. In der letzten Sitzung des Proseminars lässt der Prof sich dann noch breitschlagen die Abgabefrist um eine Woche zu verlängern, weil es ja Leute geben soll, die gegen Ende der Vorlesungszeit Klausuren schreiben.
Tja, jetzt müssen die armen Studenten in kürzester Zeit ihre Hausarbeiten zusammenbasteln. Was, wenn die nötige Literatur nicht in der Bibliothek nicht vorhanden ist, recht schwer werden kann. Zumal auch der lustige Fall eintreten kann, dass man für viel Geld (aber dafür zahlt ja größtenteils der Staat) eine Fernleihe beantragt. Durch die kurze Zeit kann es aber dann passieren, dass das gewünschte Buch erst eintrudelt, wenn die Hausarbeit längst abgegeben ist.
Aber wenn die Studenten es tatsächlich schaffen sollten, ihre Hausarbeit in der Frist fertig zu bekommen, dann ist das zwar schön und gut, aber man hat noch nicht gewonnen. Denn nur weil man seine Hausarbeit abgibt, heißt das ja noch lange nicht, dass sie auch da ankommt wo sei hin soll. Oder viel schlimmer, dass die Hausarbeit zwar da ankommt, wo sie hin soll -nämlich ins Büro des Professors – und dann verschwindet.
Dieser Fall ist mir genauso passiert. Ich habe meine Hausarbeit Fristgerecht, persönlich im Sekretariat der Politikwissenschaft abgegeben. Doch als dann die Ergebnisse an der Tür des Profs aushingen (sie direkt ins Internet zu stellen, wäre ja zu studentenfreundlich) einen ziemlichen Schock bekommen. Okay, ich war nicht in Trier und habe mir das Desaster nicht persönlich ansehen können, aber auch der Anruf aus Trier lies mir das Herz in die Hose rutschen. „Nicht abgegeben – Nicht bestanden“. Die Sache mit dem „nicht abgegeben“ fand ich dann auch sehr komisch. Denn ich hatte ja abgegeben. So musste ich mich dann wohl aufraffen und mal im Sekretariat anrufen und mich erkundigen, was das schief gegangen sei. Die Sekretärin konnte sich Gott sei Dank daran erinnern, dass ich die Hausarbeit abgegeben hatte (ich hatte mir sogar ihren Locher ausgeliehen, um die Arbeit zu lochen).
Danach ging alles erstaunlich schnell. Knapp 24 Stunden später hatte ich eine E-Mail von meinem Prof im Postfach. Der gute Mann entschuldigte sich, meine Hausarbeit sei bestanden, sie sei nur irgendwie in das Packet mit den Hausarbeiten aus dem Hauptseminar gerutscht.
Hauptsache bestanden. Die Note gibt’s dann nach der zweiten Lektüre.
Aber ich werde das Problem hoffentlich eh nicht mehr so oft haben, da ich mir diesen Wink des Schicksals zum Anlass genommen hab, Politik vom Hauptfach ins Nebenfach zu packen. Jetzt ist Medienwissenschaft mein Hauptfach und Politik kann ich mal.
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