PLANLOS-blog

Filmblog, Medienblog und der ganz normale Wahnsinn

A Bucket of Blood (1959)

tth | 02 Oktober, 2007 21:15

Walter Paisley ist ein kleiner Kellner in einer Bar in der sich lauter exzentrische Künstler der Beatgeneration, so genannte Beatniks herum treiben. Doch die durchgeknallten Existentialisten nehmen Walter nicht ernst, obwohl sein größter Traum ist, selber zur Kunstszene zu gehören. Außerdem ist der arme Walter noch in die schöne, aber für ihn als Kellner unerreichbare Carla verliebt. Schließlich versucht sich Walter doch als Künstler. Ein Dokument des Scheiterns. Der Klumpen Lehm, den er bearbeitet weigert sich beharrlich ein Kopf zu werden. Dazu strolcht die Katze seiner Vermieterin durch die Zwischenwände seiner Wohnung und raubt ihm den letzten Nerv. In einem spontanen Anflug von Gewalt sticht er auf die Wand ein und tötet dabei das nervige Tier. In seiner Verzweifelung moduliert er die Leiche der Katze in Gips ein und behauptet im den Bar es sei sein Kunstwerk. Die Beatniks sind begeistert und Walter steigt zum Star der Kunstszene auf. Doch bevor er seine Rolle überhaupt begriffen hat, bekommt er von einem Kunst-Groupie, das ihn am liebsten in sich spüren würde, Drogen zugesteckt. Dabei wird er dummerweise von einem verdeckten Ermittler beobachtet. Sein neuer Ruhm ist als gefährdet, wo er gerade doch erst angefangen hat. Doch Walter ergreift die Gelegenheit beim Schopfe und verwandelt den Mann in seine zweite Skulptur. Mit dieser erntet er noch mehr Ruhm. Sein drittes Werk wird ein nackter, weiblicher Akt. Die Blondine die ihm dabei völlig hüllenlos Model sitzt hatte den armen Walter sowieso immer mit Verachtung behandelt, so dass er sie ohne Scheu umbringt. Auf der Such nach neuen Kunstwerken hat Walter so die Schwelle zum Wahn überschritten und beginnt einen völlig Fremden mit einer Kreissäge zu enthaupten um eine Büste herzustellen. Als seine Kunstwerke schließlich in der Bar ausgestellt werden, entdeckt Carla, dass in den Statuen Leichen stecken. Nun will Walter auch sie als Kunstwerk unsterblich machen.

Roger Corman ist bekanntlich Meister darin billige Filme zu produzieren. Und es besteht kein Zweifel, dass „A Bucket of Blood“ kein Vermögen gekostet hat. Doch ist der Film alles andere als Trash. Seinen Platz in der Filmgeschichte verdient er vielmehr, weil er eine großartige Satire auf die Künstler der Beatgeneration ist. Die hohlen Phrasen der exzentrischen Künstler werden hier entlarvt und Walter Paisley ist eigentlich nichts anderes als ein Mensch, der vor lauter Drang dazuzugehören, schließlich Wahnsinnig wurde. Dem Horrorfan  von heute wird der Film wahrscheinlich zu öde sein. Aber spannend ist er alle mal und interessante Horrorfilmmotive weißt er auch auf. Hauptdarsteller Dick Miller durfte übrigens in „Evil Toons“ die berechtigte Frage stellen, warum er für seine Leistung in „A Bucket of Blood“ noch keinen Oscar gewonnen habe. Der Film ist übrigens im deutschen Sprachraum auch unter dem Namen „Das Vermächtnis des Prof. Bondi“, wobei er nichts mit dem Vincent-Price-Film Das Kabinett des Professor Bondi zu tun hat.

 

 

 

Regie:

Roger Corman           

 

Drehbuch:

Charles B. Griffith                  

 

Darsteller:

            Dick Miller       ...         Walter Paisley

            Barboura Morris          ...         Carla

            Antony Carbone          ...         Leonard de Santis

            Julian Burton    ...         Maxwell H. Brock

            Ed Nelson        ...         Art Lacroix

            John Brinkley   ...         Will

            John Herman Shaner    ...         Oscar (as John Shaner)

            Judy Bamber    ...         Alice

            Myrtle Vail       ...         Mrs. Surchart (as Myrtle Damerel)

            Bert Convy      ...         Lou Raby (as Burt Convy)

            Jhean Burton    ...         Naolia

            Bruno VeSota  ...         Art Collector (as Bruno Ve Soto)

            Lynn Storey     ...         Sylvia (as Lynne Storey)

            Alex Hassilev   ...         Guitar Player (uncredited)

            Paul Horn        ...         Beatnik Saxophonist (uncredited)

 

Alternativtitel:

Galleda de sang, Una (Spain: Catalan title) [ca]

Secchio di sangue, Un (Italy) [it]

Um Balde de Sangue (Brazil) (cable TV title) [pt]

Un baquet de sang (France) [fr]

Un cubo de sangre (Spain) [es]

Vermächtnis des Professor Bondi, Das (Austria) [de]


Kommentare

Artikel kommentieren

 authimage

 
 
Powered by LifeType - Design by BalearWeb