Filmblog, Medienblog und der ganz normale Wahnsinn
tth | 28 September, 2007 00:39
Zu einem (mehr oder weniger) stattlichen jungen Mann mit einer undefinierbaren blonden Dauerwellen- Fönfrisur herangewachsen hat Ator ein ganz anderes Problem. Er leibt seine Schwester und kann sie nicht heiraten, weil das dann ja Inzest wäre. Aber wir wissen ja, dass Ators Schwester gar nicht seine Schwester ist, da er nicht ihr Bruder ist, da er ja eigentlich nur ein Adoptivkind ist. Also kann geheiratet werden. Doch auch die Hochzeit läuft eher suboptimal für unsern Lockenkopf. Eine Horde Reiter taucht auf, brennt das Dorf nieder und raubt Ators Braut. Also macht der Held sich, begleitet von einem putzigen Bärenbaby (Knut ist out) auf die Suche. Dabei stößt er auf den Typ, der ihn einst zu seinen Pflegeeltern gab. Dieser weißt ihn in seine Bestimmung und den Schwerkampf ein. Das hat er auch bitter nötig, denn kurz darauf lernt er erst eine Amazone und dann ihren ganzen Stamm kennen. Dieser fängt ihn und will ihn als Samenspender missbrauchen. Davon ist Ator weniger begeistert, weshalb er mit der Amazon flieht. Nachdem das erledigt ist, trifft er in einer Höhle auf eine geheimnisvolle Priesterin, die ihn verführen will. Doch diese ist nach einem Blick in den Spiegel weit aus weniger sexy als zuvor angenommen. Zum Schluss kommt es zum großen Kampf mit den Anhängern des Spinnenkults und der verehrten Riesenspinne.
Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, warum manch einer Joe d’Amatos Barbarenfilm Ator als so schrecklich trashig empfinden. Na klar, der Hauptdarsteller sieht aus wie eine schwuchteliger 80er Jahre Siegfried Clon. Aber der Film ist nun mal aus den 80gern und damals trug man solche Frisuren. Miles O'Keeffe ist als Ator kein großer Schauspieler, aber für seine Rolle reichts. Okay, auch alle anderen Darsteller sind mehr als mies, aber wenigstens Sabrina Siani ist immerhin ein schöner Anblick, wobei man in diesem Film nicht so viel von ihr zu sehen bekommt, wie manch einer vielleicht hofft. Aber die Gute hat in Filmen wie „Mondo Cannibale 3 - Die blonde Göttin“, oder dem Barbarenfilm „Sangraal - Das Schwert des Barbaren“ mitgespielt. Schade ist, dass Joe d’Amatos Stammdarstellerin Laura Gemser hier nicht von ihren Qualitäten überzeugen kann.
Auch die Kulissen (geht’s nur mir so, oder sehen alle Räume irgendwie gleich aus?) und die Spezialeffekte (besonders die Riesenspinne) sind Dreck. Okay, das klingt jetzt so, als würde der Film höchstens durch seinen großartigen Trashfaktor punkten. Das tut er natürlich auch. Doch neben der Tatsache, dass man bei den Damen in ihren kurzen Lederröcken das ein oder andere mal gar nicht barbarische Unterwäsche sehen kann, hat der Film wirklich Tiefe! Ich meine eine Anspielung auf die Weihnachtsgeschichte um den geborenen Erlöser und den Kindermord von Bethlehem entdeckt zu haben. Und Laura Gemsers Rolle als Dämonin, die beim Blick in den Spiegel ihr wahres Gesicht zeigt, ist wenn man ihren Status als Softcore Erotikstar betrachtet doch fast schon eine Metapher, auf die Scheinwelt der Erotik. Auf jeden Fall rockt Ator derbst. Muskeln und Schwertkampf und Hirn abschalten.
Regie: Joe D'Amato
Aka:
Ator
Ator the Invincible (International: English title) (informal literal title)
Ator, l'aquila battante (Italy) (alternative title)
Ator, the Fighting Eagle (USA)
Ator - Herr des Feuers (West Germany) [de]
Ator - stridsörnen (Sweden) [sv]
Ator - taisteleva kotka (Finland) [fi]
Ator, o mainomenos aetos (Greece) [el]
Ator, walczacy orzel (Poland) [pl]
Darsteller:
Miles O'Keeffe ... Ator
Sabrina Siani ... Roon
Ritza Brown ... Sunya
Edmund Purdom ... Griba
Laura Gemser ... Indun
Dakkar ... High Priest of the Spider
Alessandra Vazzoler ... Woman in the tavern (as Chandra Vazzoler)
Nello Pazzafini ... Bardak (as Nat Williams)
Olivia Goods ... Queen
Jean Lopez ... Nordya
Brooke Hart
Warren Hillman
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