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Documenta 12 in Kassel

tth | 17 Juli, 2007 00:37

Moderne Kunst ist so eine Sache für sich. Viele Leute können damit nichts anfangen und assoziieren mit dem Begriff Kunstwerke, deren künstlerischer Wert im klassischen Sinne wirklich zweifelhaft ist. Plastikwürfel, scheinbar dahin gekleckste Bilder oder Installationen scheine für sie keine Kunstwerke zu sein. Aber über Kunst lässt sich ja bekanntermaßen streiten. Deswegen und weil ich mir die Chance nicht entgehen lassen wollte, doch mal meinen künstlerischen Horizont zu erweitern, verschlug es mich letzten Samstag auf die nunmehr zwölfte Ausgabe der Dokumenta nach Kassel.

Kassel an sich bietet außer der Dokumenta, zwar ein paar alte Schlösser und jede Menge Grün, ist aber ansonsten nicht von Schönheit oder gar Attraktivität geprägt. Aber egal ich war ja nicht fürs Sight Seeing sondern für die Kunst da.

Revolutionär war auf dieser Dokumenta, dass die Räume nicht Weiß waren! Diese Provokation machte das Wandern durch die verschiedenen Ausstellungsräume schon mal interessant, da man nicht das Gefühl haben musste vom White Cube erschlagen zu werden. Was alles gezeigt wurde, würde den Rahmen hier sprengen, deswegen werde ich nur ein paar Highlights erläutern. Da gab es zum einen eine (australischen?) Maler, der sexuell pervertierte Gemälde (ja der Mann kann echt malen) ausstellte, auf denen einmal Robert O'Hara Burke und William John Wills zu sehen waren. Diese beiden australischen Abenteurer versuchten ihrer Zeit den australische Kontinent von Süden nach Norden zu durchqueren und sind bei dem Versuch elendig verreckt. Dem Künstler gefiel es jedoch mehr, die beiden dabei zu zeigen, wie sie sich auf die Geilheit, die aus ihrem eigenen Krepieren herrührt einen runter holen  oder von einem Kängeruh gefickt werden. Große Kunst! Ein zweites Bild des Künstlers zeigte eher eine politische Botschaft, über einen faschistischen Analsex geilen amerikanischen Vogel. Die Botschaft dieses Bildes „Bring our Boys back home“. Vermuttlich geht es um australische Soldaten im Irak.

Eine (asiatische?) Videoinstallation brachte Bondage Kunst, ein Poster eines Ingrid Steeger Films, Spiderman Comics und die Gesellschaftliche Vernetzung in Einklang. Dieses Video ist unter den Präsentationen mein absoluter Favorit

Einen andere Fetisch bediente Stück Videokunst, dass nur daraus bestand Asiaten weiße Flüssigkeit ins Gesicht zu spritzen. Bukkake lässt grüßen, aber Kunst.

So. dass muss reichen.


Kommentare

zeitgenössische Kunst

Ronald Birgel | 28/07/2007, 13:34

Im Bezug auf die documenta ist jede vergleichsweise Intellektualisierung manchmal akzentuell und plakatiert damit markante Ausschnitte der Realität. Auf den unmittelbaren Flüchtigkeiten kreiert die zweideutige Recherche flexibel, sodass eine fotojournalistische Virtual Reality den Bezug auf aktuelle Konflikte kontrastiert und dabei eine vage Selbstvermarktung gewährleistet. Die Kunstbetriebe fassen, unter Rücksichtnahme auf kalkulierte Produktionsmodi, die Freiräume sowie die Architekturen des Ausstellungsraumes portabel zusammen. In der Schwerpunktsetzung der Architekturen des Ausstellungsraumes, welcher zugleich einen dialektischen Inhalt einzelner Livingrooms zitiert, reflektiert die Komplizenschaft funktionell. Insbesondere Künste evokativer Praxen sind raumerschließend wiedergegeben. Meine Meinung.
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