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Eugenie -aka- De Sade 70 -aka- Die Jungfrau und die Peitsche -aka- Wildkatzen -aka- Philosophy in the Boudoir (1970)

tth | 12 Juni, 2007 00:45

Eugenie, ein Traum von unschuldiger Jungfräulichkeit wird auf die Insel von Madame de St. Ange (die eine Affäre mit Eugenies Vater hat) und ihrem Steifbruder Mirvel eingeladen, um auf ihrer Insel ein paar schöne Tage zu vollbringen. Das junge Mädchen freut sich endlich der Strenge des elterlichen Hauses und der herrischen Mutter entfliehen zu können. Auf der paradiesischen Insel entdeckt Eugenie zwar die Vorliebe ihrer Gastgeber für die Werke des Marquis de Sade aber da ihre Gastgeber so nett zu ihr sind, hegt sie keinerlei Verdacht gegen sie. Was sich Madame de St. Ange dabei gedacht hat Eugenie auf ihre Insel einzuladen wird klarer, wenn sie dem jungen Mädchen beim gemeinsamen Bad oder dem gegenseitigen Eincremen näher kommt. Ihre wahren Absichten werden erst klar, als Eugenie mittels Rauschgift in ihrem Wein oder Drogen in Zigaretten besinnungslos gemacht wird und anschließend von ihren Gastgebern gefoltert und als Sexsklavin gebraucht wird. Doch ob diese sexuellen Perversionen tatsächlich stattgefunden haben, weiß Eugenie am nächsten morgen nicht mehr und sie bekommt versichert alles sei nur ein Traum gewesen, so dass langsam die Grenzen zwischen Traum und Realität verwischen und man sich auch nicht sicher sein kann, welche Absichten eine geheimnisvolle Marquis de Sade Sekte verfolgt, der die beiden Inselbewohner angehören.

Jess Franco soll über diesen Film gesagt haben, es sei der seiner Filme, den er am wenigsten hassen würde. Auch ich, der eigentlich jeden Jess Franco Film aus Prinzip als ein Meisterwerk adele oder zumindest oft meine, diese oder jeder Film von ihm, sei für seine Verhältnisse gut, war von Eugenie - Die Jungfrau und die Peitsche mehr als begeistert.

Man merkt dem Film an, dass er ein echtes Drehbuch und vor allem ein richtiges Budget hatte. Auch wirkt De Sade 70 nicht so, als sei er an einem Wochenende heruntergedreht worden.

Die Story ist zwar Jess Franco typisch und bietet die klassischen Versatzstücke eines Jess Franco Films, aber hier ist dabei ein wirklicher Film bei raus gekommen. Die Marquis de Sade Inspiration des Films ist dabei nicht von allzu großer Bedeutung. Die Philosophie im Boudoir dürfte wohl eher nicht Parte gestanden haben und ein unschuldiges Mädchen unter Drogen zu setzten, zu foltern und für sexuelle Ausschweifungen zu missbrauchen dürfte dem Erfinder des Sadismus nur ein müdes Lächeln abgerungen haben. Ebenso wie die Folterungen an sich, welche größtenteils nur angedeutet werden und so im Kopf des Zuschauers entstehen und anders als in späteren Franco Filmen nie Selbstzweck werden.  Die Geschichte ist eigentlich auch nur soweit interessant, wie sie mit der surrealen Atmosphäre korreliert.

Jess Franco ist es zwar auch in billigeren, trashigeren und schlechteren Filmen gelungen eine gute Atmosphäre zu kreieren, aber auf diesem Gebiet ist Eugenie selbst für ihn ein Meisterstück. So gibt es bildschöne Naturaufnahmen, langsame Kamerafahrten, in rotes Licht getauchten Szenen die wie ein grandioser LSD Trip wirken und durch die psychedelische Musik noch verstärkt werden. Der Soundtrack ist auch eine Klasse für sich und tut seines dafür, dass eine atemberaubende Atmosphäre entsteht.

Zur Qualität des Films tut das Schauspielerensemble sein übriges. Eugenie Darstellerin Marie Liljedahl passt wirklich gut in ihre Rolle und bei ihrer Jugendlichen Schönheit auch wirklich ein Blickfang. Jack Tayler spielt ebenfalls wirklich passabel. Ein großes Schauspiel liefert Maria Rohm ab, die ebenfalls ein Traum von einer Frau ist. Zudem spielt sie mitgroßer Würde und verleiht ihrer Figur wirklich die Klasse einer Edeldomina. Hollywood Star Christopher Lee, der wohl nicht so wirklich wusste, bei was für einem Film er da eigentlich mitspielte, spielt den Anführer der Marquis de Sade Sekte, der zwar nur in wenigen Szenen auftaucht, aber dem Film trotzdem noch einen gewissen Glanz verleiht.

Spätestens wenn Eugenie am Ende des Film in das Rot des Sonnenuntergangs getaucht, nackt am Strand entlang rennt, eine Friedhof in den dünnen entdeckt und schließlich an einem Galgen ähnlichen Glockenhalter zusammenbricht, sollte jedem klar sein, das man es hier wirklich mit einem Meisterwerk des Meisters zu tun hat, dass wirklich jeden und nicht nur Trash Fans oder Franco Enthusiasten begeistern muss.

Regie

Jess  Franco               

 

Drehbuch

Harry Alan Towers                 (as Peter Welbeck)

 

Darsteller:

 

            Maria Rohm     ...         Madame de St. Ange

            Marie Liljedahl ...         Eugenie

            Jack Taylor      ...         Mirvel

            Christopher Lee           ...         Dolmance

            Paul Muller      ...         Monsieur de Mistival

            Anney Kablan  ...         Augustin (as Kaplan)

            María Luisa Ponte        ...         Madame de Mistival (as Ingrid Swenson)

            Uta Dahlberg   ...         Therese

            Herbert Fux     ...         Hardin

            Nino Korda     ...         Roches

            Jesus Franco    ...         Man on red ritual scene (uncredited)

            Colette Giacobine        ...         Colette (uncredited)

            Kathy Lagarde ...         Maid (uncredited)

 

Produzent

Harry Alan Towers      ....         (as Peter Welbeck)

 

Original Musik

Hans Günther Leonhardt                    

Bruno Nicolai             

 

Cinematography

Manuel Merino                      

 

Aka:

De Sade 70     (undefined)

Eugenie... the Story of Her Journey Into Perversion     USA

Inassouvies, Les           France

Isla de la muerte, La     Spain (alternative title)

Jungfrau und die Peitsche, Die West Germany

Philosophy in the Boudoir        UK

Wildkatzen       West Germany (trailer title)


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