Filmblog, Medienblog und der ganz normale Wahnsinn
tth | 12 Juni, 2007 00:45
Jess Franco soll über diesen Film gesagt haben, es sei der seiner Filme, den er am wenigsten hassen würde. Auch ich, der eigentlich jeden Jess Franco Film aus Prinzip als ein Meisterwerk adele oder zumindest oft meine, diese oder jeder Film von ihm, sei für seine Verhältnisse gut, war von Eugenie - Die Jungfrau und die Peitsche mehr als begeistert.
Man merkt dem Film an, dass er ein echtes Drehbuch und vor allem ein richtiges Budget hatte. Auch wirkt De Sade 70 nicht so, als sei er an einem Wochenende heruntergedreht worden.
Die Story ist zwar Jess Franco typisch und bietet die klassischen Versatzstücke eines Jess Franco Films, aber hier ist dabei ein wirklicher Film bei raus gekommen. Die Marquis de Sade Inspiration des Films ist dabei nicht von allzu großer Bedeutung. Die Philosophie im Boudoir dürfte wohl eher nicht Parte gestanden haben und ein unschuldiges Mädchen unter Drogen zu setzten, zu foltern und für sexuelle Ausschweifungen zu missbrauchen dürfte dem Erfinder des Sadismus nur ein müdes Lächeln abgerungen haben. Ebenso wie die Folterungen an sich, welche größtenteils nur angedeutet werden und so im Kopf des Zuschauers entstehen und anders als in späteren Franco Filmen nie Selbstzweck werden. Die Geschichte ist eigentlich auch nur soweit interessant, wie sie mit der surrealen Atmosphäre korreliert.
Jess Franco ist es zwar auch in billigeren, trashigeren und schlechteren Filmen gelungen eine gute Atmosphäre zu kreieren, aber auf diesem Gebiet ist Eugenie selbst für ihn ein Meisterstück. So gibt es bildschöne Naturaufnahmen, langsame Kamerafahrten, in rotes Licht getauchten Szenen die wie ein grandioser LSD Trip wirken und durch die psychedelische Musik noch verstärkt werden. Der Soundtrack ist auch eine Klasse für sich und tut seines dafür, dass eine atemberaubende Atmosphäre entsteht.
Zur Qualität des Films tut das Schauspielerensemble sein übriges. Eugenie Darstellerin Marie Liljedahl passt wirklich gut in ihre Rolle und bei ihrer Jugendlichen Schönheit auch wirklich ein Blickfang. Jack Tayler spielt ebenfalls wirklich passabel. Ein großes Schauspiel liefert Maria Rohm ab, die ebenfalls ein Traum von einer Frau ist. Zudem spielt sie mitgroßer Würde und verleiht ihrer Figur wirklich die Klasse einer Edeldomina. Hollywood Star Christopher Lee, der wohl nicht so wirklich wusste, bei was für einem Film er da eigentlich mitspielte, spielt den Anführer der Marquis de Sade Sekte, der zwar nur in wenigen Szenen auftaucht, aber dem Film trotzdem noch einen gewissen Glanz verleiht.
Spätestens wenn Eugenie am Ende des Film in das Rot des Sonnenuntergangs getaucht, nackt am Strand entlang rennt, eine Friedhof in den dünnen entdeckt und schließlich an einem Galgen ähnlichen Glockenhalter zusammenbricht, sollte jedem klar sein, das man es hier wirklich mit einem Meisterwerk des Meisters zu tun hat, dass wirklich jeden und nicht nur Trash Fans oder Franco Enthusiasten begeistern muss.
Regie
Jess Franco
Drehbuch
Harry Alan Towers (as Peter Welbeck)
Darsteller:
Maria Rohm ... Madame de St. Ange
Marie Liljedahl ... Eugenie
Jack Taylor ... Mirvel
Christopher Lee ... Dolmance
Paul Muller ... Monsieur de Mistival
Anney Kablan ... Augustin (as Kaplan)
María Luisa Ponte ... Madame de Mistival (as Ingrid Swenson)
Uta Dahlberg ... Therese
Herbert Fux ... Hardin
Nino Korda ... Roches
Jesus Franco ... Man on red ritual scene (uncredited)
Colette Giacobine ... Colette (uncredited)
Kathy Lagarde ... Maid (uncredited)
Produzent
Harry Alan Towers .... (as Peter Welbeck)
Original Musik
Hans Günther Leonhardt
Bruno Nicolai
Cinematography
Manuel Merino
Aka:
De Sade 70 (undefined)
Eugenie... the Story of Her Journey Into Perversion USA
Inassouvies, Les France
Isla de la muerte, La Spain (alternative title)
Jungfrau und die Peitsche, Die West Germany
Philosophy in the Boudoir UK
Wildkatzen West Germany (trailer title)
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