Filmblog, Medienblog und der ganz normale Wahnsinn
tth | 07 Februar, 2005 13:31
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Catherine Miles ist eine achtzehnjährige Schülerin in London in wie in jeden Ferien ihre Eltern am Amazonas besucht, die dort eine Plantage besitzen. Bei einem Bootsausflug werden ihre Eltern jedoch von Unbekannten mittels Blassrohr getötet. Catherine überlebt und wird jedoch Zeuge wie eine Gruppe von Eingeborenen auf das Boot kommen und ihren Eltern die Köpfe abschlagen. Die Köpfe und Catherine werden von den Eingeborenen mit in ihr Dorf genommen, wo Catherine an den reichsten Mann des Dorfs verkauft wird. Später gewinnt der stärkste Krieger des Dorfes Umukai sie jedoch im Zweikampf auf Leben und Tod. Doch Catherine will nichts weiter als Hass gegen ihn empfinden weil sie ihn für den Mörder ihrer Eltern hält.
Es ist irgendwie schon ein bisschen dreist, einen Film der so offensichtlich nichts mit Kannibalen zu tun hat, aus Vermarktungsgründen als zweiten Teil des großartigen Cannibal Holocaust auszugeben. Die einzigen Kannibalen die hier auftauchen sind ein paar andere Eingeborene, die wie es heißt Feinde des Stammes seien, der Catherine entführt hat. Aber sonst hat der Film auch wenig mit einem typischen Kannibalenfilm zu tun. Die wenigen brutalen Szenen, in denen zum Beispiel Catherines Eltern von Pfeilen durchbohrt oder enthauptet werden, sind zwar gut gemacht aber passen wie die gesamte Gewalt irgendwie nicht zum Film. Auch wenn ein Eingeborener von einem Krokodil gefressen wird hat man das dumme Gefühl, die Macher des Films hätten wenigstens ein bisschen Gemetzel einbauen wollen um den Kinobesucher nicht zu enttäuschen. Denn eigentlich ist „The Catherine Miles Story” mehr eine Art Abenteuerdrama in der Art von “Der Mann den sie Pferd nannten” oder ähnlichen Filmen in denen Weiße sich auf einmal unter Eingeborenen wieder finden. Eben diese werden in diesem Film auch nicht einfach als Wilde dargestellt, die Menschen am liebsten roh verspeisen, sondern eher differenziert dargestellt auch wenn man sich dann gegen Ende fragt was die grausame Enthauptung überhaupt sollte. Die Liebesgeschichte zwischen Catherine und Umukai ist ebenfalls ein wesentlicher Bestanteil des Films. Catherine ist dabei die ganze Zeit über im Zwiespalt zwischen ihren Gefühlen für ihn und den Wunsch ihn hassen zu können. Es fehlt dieser Liebe nur leider ein bisschen an Tiefe, da es eine Weile dauert bis die sprachlichen Barrieren zwischen den beiden abgebaut sind. Als die beiden sich dann endlich verständigen können kommt auch die Wahrheit über den Tod ihrer Eltern ans Licht, was dem Film ein Finale beschert, welches zum einen wieder mal zeigt das die zivilisierten Menschen von Grund auf schlecht sind und den Film letzten Endes doch zu einer tragischen Liebesgeschichte macht.| « | November 2010 | » | ||||
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