Filmblog, Medienblog und der ganz normale Wahnsinn
tth | 16 Dezember, 2006 00:25
Julie ist Studentin der Sozialwissenschaft und bekommt (nicht ganz ohne Mithilfe ihrer Kommilitionen) als Thema für ihre Abschlussarbeit, die Erforschung des Nudismus in den 80er Jahren. Die etwas schüchterne Studentin begibt sich also mit ihrem Freund Steve auf Recherche Tour und bekommt zuerst im örtlichen FKK Verein die Grundlagen der Freikörperkultur vermittelt. Sie geht dabei nach kurzer Zeit wesentlich freizügiger mit der Nackheit um als Steve, dem die Nudisten nicht ganz geheuer zu sein scheinen. Aber Julie steht ihre Recherche tapfer durch und macht nicht nur interessante Recherche Ergebnisse an den Nacktstränden Südfrankreichs und Floridas, sondern findet selbst Gefallen am Dasein als Nudistin.
Beim Stichwort Nudistenfilm denkt man, wenn man sich ein
bisschen in der Materie auskennt, ja eher an frühen amerikanischen Sexploitaion
und nicht an einen halbwegs vernünftigen Film. Aber „Educating Julie“ ist
keiner dieser Filme, in denen ein Nudistencamp als Vorwand dient die möglichst
viele Nudistinnen durch Bild laufen zu lassen. Es geht hier wirklich um eine
Art von Wissensvermittlung, die in eine lockere teils humoristische
Rahmenhandlung gepackt ist. Nackte Menschen gibt es natürlich auch zu sehen,
aber man muss wohl schon ein ziemlich harter Voyeur oder Fetischist sein, um
daran seinen Spaß zu haben. Über die Hintergründe des Films weiß ich leider
rein gar nichts, wobei seine Entstehungsgeschichte garantiert interessant wäre,
da der Film mir recht einzigartig erscheint in seiner Art.
Es gibt übrigens ein paar Videoeffekte und die Darsteller sind wohl Laien wie ich aus IMDB schließe.
Regie: Gail Hardman
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