PLANLOS-blog

Filmblog, Medienblog und der ganz normale Wahnsinn

Wohnungssuche in Trier aka wie man ein freies Zimmer findet

tth | 30 September, 2006 16:29

Eine Uni gefunden zu haben, die einen tatsächlich annimmt, ist das eine. Das andere ist es in dieser, seiner Universitätsstadt eine Unterkunft zu finden. Wenn man dann wie ich, zu allem Überfluss, seinen Studienplatz erst im Nachrück- oder Losverfahren bekommt wird es noch mal richtig spannend. Aber eigentlich kann ich mich nicht beschweren, da meine Zusage aus Trier einen ganzen Monat vor Beginn der Lehrveranstaltungen kam. Andere Unis (Halle!!!) warten mit dem verschicken gerne auch mal wenn das Semester schon angefangen hat (was jedoch wohl daran liegt, dass kein Sau Medienwissenschaft in Halle studiert, wenn er es nicht unbedingt muss.

Zurück zu der Sache mit der Wohnung. Zum Zweck der Wohnungssuche reiste ich also in meine zukünftige Wahlheimat und quartierte mich dort im örtlichen Kloster ein, da es schon ein wenig unpraktisch gewesen wäre jeden Tag die 350 Kilometer von Meschede nach Trier zu fahren.

Um eine Wohnung zu finden bieten sich in Trier verschiedenste Möglichkeiten an. Da wäre zum einen hunderttausend.de, das Portal in Trier wenn es um Kleinanzeigen, Kultur und alles andere geht (Die Stadt Trier versucht übrigens grade 100000 Einwohner zu bekommen um so Großstadt zu werden. Aber hunderttausend.de ist auch wenn der Name danach klingt nicht Teil eines Propagandafeldzuges, sondern ein freies Unternehmen). Auf jeden Fall gibt es hier Kleinanzeigen für WGs, Einzelzimmer, Wohnungen, Appartements usw. in allen Preisklassen. Hierbei muss gesagt werden, dass wohnen in Trier nicht ganz günstig ist, aber wo ist es das schon. Hundertausend.de hat den Vorteil die größte und aktuellste (mir bekannte) Zimmerbörse zu sein, aber leider den Nachteil, dass auf ein freies WG Zimmer schon mal gut und gerne 15 Bewerber kommen. Neben Hunderttausend.de gibt es natürlich noch die klassischen schwarzen Bretter an der Universität. Hier habe ich jedoch die Erfahrung gemacht, dass die meisten Zimmer schon vergeben waren, da die Zettel mit den Zimmeranzeigen wohl schon eine ganze Weile dort hingen. Dann gibt es noch die private Zimmervermittlung des Studierendenwerks Trier, welche gegen eine Kaution von 10 € Adressen von freien Wohnungen aushändigt. Hier ist es wohl eine Frage des Glücks, ob man grade gute Angebote findet oder nicht. Ich hatte Glück. Was natürlich jedem ans Herz gelegt sei, ist das ausnutzen von guten Beziehungen. Klappt vielleicht nicht auf den letzten Drücker wie bei mir, sollte aber niemals unterschätzt werden.

Meine eigentliche Wohnungssuche begann nach meiner Ankunft in Trier im Kollektiv. Einer 7er WG die ihre Nahrung zum Teil vom Biobauer bekommt (Ich hoffe ich erzähle hier nichts Falsches). Obwohl das Zimmerwirklich nicht groß genannt werden kann, hätte ich es sofort genommen. Doch da nicht alle sechs Mitbewohner während meines Aufenthalts in Trier zugegen waren, hätte ich eine Woche später wieder kommen müssen, was nun leider gar nicht in mein Zeitfenster passte. Also ging die Suche weiter. Neben riesig großen fensterlosen Zimmern, in denen es übest nach Hanf duftete, besichtigte ich WGs mit vollkommen verkaterten Bewohnern, eine Zettelchen WG (jeder hat überall sein Fach und markiert besser alles mit Zetteln, damit keine Verwirrung entsteht), und eine wunderbare WG mit einem Durchgangs Bad. Dort musste man um ins Wohnzimmer zu gelangen durch das Badezimmer und die Toilette. Trotz der Ankündigung, dass man dort auf Klausurtermine bei den regelmäßig stattfindenden WG Partys keine Rücksicht nehmen könne, wäre ich dort gerne eingezogen, da ich wirkliche Zivi Nostalgie verspürte. Ob diese Wohnung förderlich für meinen Studienverlauf gewesne wäre, sei an dieser Stelle mal dahingestellt. Außerdem fand ich auf meiner Such nach einer Bleibe, Triers wohl einzige Veltins Kneipe. Die Wohnung direkt gegenüber von dieser Oase Sauerländer Braukunst, war aber leider nicht zu finanzieren. Zu guter letzt stand auch eine WG in Trier West, auf dem anderen Moselufer auf dem Programm. Doch dieser Stadtteil lässt Trier Nord wie eine gute Wohngegend aussehen und auch das Nordghetto in Meschede ist eine gute Wohnlage im vergleich dazu. Das klingt vielleicht ein bisschen hart, aber Kopfseinpflaster in Verbindung mit einem von LKWs viel besuchten Gewerbegebiet sorgen schon für eine Akustik, die Lernen wohl etwas schwerer machen dürfte. Wobei die Aussicht in direkter Nachbarschaft zu Triers größtem Eros Center zu wohne natürlich auch einen gewissen Reiz hätte. Letzten Endes fand ich mein Zimmer aber dann doch. Das SWT vermittelte mir ein Zimmer zur Untermiete in einer 4er WG in direkter Uni Nähe im Stadtteil Tarforst. Meine 3 Mitbewohner werden dem Anschein nach wohl Frauen sein.

Jedem der selber in Trier eine Wohnung sucht kann ich nur empfehlen, sich früh genug um alles zu kümmern und jede Menge Power mitzubringen. Denn wenn man den Kopf hängen lässt, hat man eh keine Chance und wer ein bisschen mehr Geld zur Verfügung hat, kann garantiert auch eher fündig werden als ich.


Kommentare

Propagandisten sind wir nicht ...

Jörg | 19/11/2006, 15:23

... jedenfalls nicht in Lohn oder Auftrag der Stadt Trier. hunderttausend.de ist seit 1999 ein in jedweder Hinsicht unabhängiges Unternehmen und wird es hoffentlich noch lange bleiben.
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