Filmblog, Medienblog und der ganz normale Wahnsinn
tth | 27 September, 2006 18:03
Ähnlich wie zur Zeit, erlebte der Horrorfilm, bereits Ende der 90er und Anfang unseres Jahrtausends eine Renaissance. Damals brachte die Scream Reihe eine Flut von Slashern in die Kinos. Und da Slasherfilme drehen keine große Kunst ist, versuchte sich auch TV Regisseur Michael Karen an einem. Man castete ganz fix eine Truppe aus Soaps bekannter Jungdarsteller und das Gemetzel konnte losgehen. Ein Meisterwerk ist dabei (natürlich) nicht entstanden, aber warum sollen nur Amerikaner schlechte Slasher drehen? Aber im Ernst, eigentlich fängt alles ganz lustig, mit einem Pärchen das grade Sex im Zug haben will an (und dieses natürlich nicht überlebt) und geht über die wirklich nett gemachte Ermordung der Eltern durch einen Norman Bates Verschnitt ganz gut los. Aber dann fährt der Film sich leider erstmal so richtig fest und bleibt bis zum Finale auch im Dreck stecken. Da die Hauptpersonen von den Morden gar nichts mitbekommen, entfällt der Spaß sich an der Panik der Opfer zu erfreuen und es entsteht auch keinerlei Spannung. Party und Lovestory reichen nun mal nicht aus um eine Geschichte zu erzählen. Die Morde zwischendurch sind dafür recht solide gemacht. Da wird ein Opfer im Schneepflug entsorgt oder ein Seilbahnausflug endet tödlich. Diese Szene sorgen ebenso für Unterhaltung wie der runnig Gag, dass ein Opfer nicht entdeckt wird und ein Lied in seinem Autoradio auf Endlosschleife hört. Blut gibt es dabei jede Menge, nur leider wurde richtige Gore Effekte verzichtet. Ob das Ende nun unbedingt logisch ist, kann man hinterfragen, aber da eh niemand vor hatte einen Oscar mit dem Drehbuch zu verdienen lass ich’s sein. Die Darsteller agieren eigentlich alle auf Soap Niveau, aber mehr wäre auch nicht nötig. Schade ist es, dass gerade ein Slasher, der nicht aus dem prüden Amerika kommt keine Nacktszenen enthält, aber es gibt ja die Unsitte, dass solche bei vielen Jungdarstellerinnen als unseriös gelten. Alles in allem gibt es bestimmt bessere Slasher, aber in der Rubrik schlechter Slasher gehört „Flashback - Mörderische Ferien“ noch zu den besseren.
Regie:
Michael Karen
Drehbuch:
Jimmy Sangster
Natalie Scharf
Darsteller:
Valerie Niehaus .... Jeanette Fielmann
Xaver Hutter .... Leon Schroeder
Alexandra Neldel .... Melissa Schroeder
Simone Hanselmann .... Lissy Schroeder
Erich Schleyer .... Dr. Martin
Katja Woywood .... Ella
Fabian Zapatka .... Jörg
Christian Näthe .... Paul
Michael Greiling .... Hannes Fielmann
Nicola Etzelstorfer .... Young Jeanette Fielmann
Allegra Curtis .... Michelle Fielmann
Elke Sommer .... Frau Lust
Detlev Buck .... Psychiater
Marina Mehlinger .... Mädchen im Zugabteil
Sebastian Deyle .... Junge im Zugabteil
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