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Mission Imposible III

tth | 08 Mai, 2006 17:20

Geheimagent Ethan Hunt hat diesmal eine wirklich unmögliche Mission. Er hat eine verlobte und will diese heiraten. Das dürfte fast kein Problem sein, da er jetzt in der Ausbildung beim IMF arbeitet, aber ein Kollege bittet ihn eine gefangen IMF Agentin aus den Händen eines fiesen Waffenhändlers zu befreien. Dummerweise geht die Rettungsmission ordentlich schief so, dass im Gehirn der Agentin eine Minibombe zündet. Den Waffenhändler will sie Hunt aber trotzdem schnappen und so entführt er in kurzer Hand aus dem Vatikan. Ethans Pechsträne reißt aber nicht ab, denn der Waffenhändler wird befreit und droht ihm an sic han seienr Frau zu rächen. Deren Entführung kann er nicht verhindern und jetzt muss Ethan für den Waffenhändler die „Hasenpfote“ beschaffen. Das erledigt er mal eben kurz in Shanghai, wo es auch zum Showdown kommt.

Mission Impossible war ja eine ganz nette Serienadaption mit ein wenig Action aufpeppet und schön spannend inszeniert. Mission Impossilbe 2 hatte damit zwar rein gar nichts mehr zu tun, aber wurde von John Woo als eine Mischung aus griechischer Tragödie und fulminanten Actionballet inszeniert. Das es eine dritten Teil geben würde war klar, aber leider ist dieser echt ein Schuss in den Offen.

Die Action haut eine kein bisschen vom Hocker. Helikopterverfolgungen hat man schon gesehen, Befreiungsaktionen auch, Schlägereien und Schießereien sowieso und spektakuläre Einbrüche in Hochsicherheitseinrichtungen sahen in Teil eins und zwei zu gut aus, als das man sie halbherzig nachmachen könne. Aber genau das wird hier versucht. Wobei den Produzenten wohl früh genug einfiel, dass man besser nicht zuviel kopiert. Denn anders ist nicht zu erklären, warum der Einbruch hier einfach mal nicht gezeigt wird. Auch das Abhetzen von einer Location zur anderen wirkt lächerlich. Da wollt wohl jemand James Bond sein. Lächerlich ist auch der Vatikan, für jeden der schon mal dort war, aber dort haben die Macher wohl ähnlich wie für den Reichstag keine Drehgenehmigung bekommen. Wobei Berlin noch westlich lächerlicher als der Vatikan ist. Denn das es in Berlin keine gigantischen Windpark gibt ist einfach zu offensichtlich.

Die Story ist ebenfalls lieblos zusammengeklaut, wobei man Herrn Hunt einfach mal eine Frau an die Seite stellt, damit man so etwas wie emotionale Spannung aufbauen kann. Dies funktioniert zwar nicht, aber immerhin kann Tom Cruise so sein Image als Familienmensch mal wieder aufpolieren (ich sag nur Krieg der Welten). Überhaupt besteht der Film eigentlich nur aus Tom Cruise. Bis auf den bösen, arrogant überheblichen vom Oscar Preisträger Philip Seymour Hoffman gespielten Oberbösewicht, sind alle Schauspieler einfach nur flach. Wobei ihre das Drehbuch auch keine Chance gibt ihre Charaktere zu entwickeln. Cruise der die Zeit dafür hätte, nutzt sie aber nicht sondern brilliert (wie immer wenn man ihm zuviel Freiraum gibt [und den hatte er als Produzent]) durch übertriebene Gestik und Omnipräsenz.

Das der Film wirkt, als wäre er nicht aus einem Guss, lässt sich wohl auch dadurch erklären, dass es mehrer Regisseure gab. Eigentlich sollte David Finch Regie führen (Meine Fresse, das wäre bestimmt geil geworden), dann übernahm Joe Carnahan und zu Ende führte es TV Spezi J.J. Abrams.

Fazit: Man hätte aus M:I-3 etwas Gescheites machen können. Eigentlich ist es schade drum, den man hätte mit der Grundidee und dem Potenzial eine richtig bösen Agententhriller machen können, aber so ist es nur strukturloses, ideenleeres Stück Popkornkino geworden.

 

Ich vergaß zu erwähnen, dass DHL als offizieller Logistikpartner des Films ordentlich Schleichwerbung durch Produkt placement betreibt und dassdie Schafherde in Berlin ihren Job erstklassig macht.

 

Außerdem kann man den Film mit einer Horde beosffener Zivis Der Benediktiner Abtei Königsmünster in Meschede wesentlich besser ertragen, als man es glauben mag. Denn wenn sich neben einen ständig Bekloppte prügeln und ihren Spass haben, kann man den Film echt aushalten ohne einzuschalfen oder sich schwarz zu ärgern.


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