Filmblog, Medienblog und der ganz normale Wahnsinn
tth | 14 Januar, 2006 19:18
Wenn ein Exploitation Film mit einer Vergewaltigung beginnt ist dass ja nichts außergewöhnliches. Aber wenn hier der Vater seine Tochter vergewaltigt, der Film von Joe d’Amato ist und das ganze auch noch auf einem Werk des Philosphen Denis Diderot beruht, darf man echt gespannt sein. Die frisch vergewaltigte Tochter wird auf jeden Fall direkt ins Kloster geschickt. Dort wird Susanne (so heißt das Mädchen) zuerst freundlich aufgenommen. Später fällt es ihr aber immer schwerer ihre Gelüste zu kontrollieren. Zudem scheint die Mutter Oberin Susanne zu begehren, was wiederum Schwester Theresa gar nicht gefällt. Susanne hat aber eher ein Auge auf den Pfarrer der Abtei geworfen und gerät in arge Schwierigkeiten als die Mutter Oberin krank wird und Schwester Theresa das Ruder übernimmt und versucht Susanne, die nichts sehnlicher tun würde, als austreten erst durch Folter und dann durch die Inquisition und den Exorzismus los zu werden.
Was Joe d’Amato hier abliefert ist Nunsploitation in Reinform,
aber mit Niveau. Na ja. Zumindest hat der gute Joe hier keinen reißerischen Sex
und Folterfilm abgeliefert sondern wirklich ein Drama produziert. Weiß der
Teufel was ihn dabei geritten haben mag. Es gibt zwar jede menge nackte Nonnen
zu sehen, aber der Film gleitet dabei nie in den Sexfilm ab, sondern bleibt ein
Drama mit so seinen erotischen Momenten. Wobei die Szene in de alle Nonnen sich
kollektiv Waschen fast schon die beste Erotikszene ist. Die Selbstkasteiung
oder die Bestrafung der Nonnen (bzw. die Folter) ist für Joe d’Amato
Verhältnisse wirklich harmlos. Nackte Nonnen die ausgepeitscht werden sind da
schon das schlimmste was man zu sehen bekommt. Erst beim Exorzismus am Ende des
Films wird ein bisschen interessanter (Spritzte mit Weihwasser vaginaler
Säuberung von Dämonen). Auch wenn der Film bestimmt kein großer Wurf ist und Exploitation
Freunde das ganze für zu harmlos oder zu wenig unterhaltsam erachten werden,
ist Convent of sinners kein schlechter Film. Der Klosteralltag wird zumindest
im Ansatz ganz gut dargestellt und auch die Geschichte und die Charaktere sind
glaubhafter als in d’Amatos meisten anderen Filmen. Aber der gute hat ja eh
alles gemacht womit man Geld verdienen kann und hat deshalb wohl einfach mal
einen Nunsploitation Film gedreht. Ist ja auch nicht schlimm. Ich verdiene mein
Geld ja zur Zeit auch im Kloster. Aber vielleicht wollte Joe d’Amato auch
einfach nur Denis Diderot mit diesem Film ein Denkmal setzten und Missstände in
der katholischen Kirche anprangern (is klar^^).
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