Filmblog, Medienblog und der ganz normale Wahnsinn
tth | 23 Dezember, 2005 10:42
Es ist ja traurige Wahrheit, dass er Horrorfilm in letzter Zeit (mal wieder) unter extremer Ideenarmut litt. Umso erfreulicher ist da ein Film wie Cabin Fever der mit frischen Ideen aufwartet. Die Gefahr in Cabin Fever geht zu Beginn allein von dem Kranken Einsiedler im Wald aus. Später ist der Virus die Gefahr und jeder der Freunde ein potenzieller Virenherd. Zum Schluss ist alles und jeder aus Umgebung eine Gefahr (Polizei, tollwütiger Hund, etc.). Dieses sorgt dafür, dass der Film über weite Strecken eine solide Spannung aufbaut. Bei näherem betrachten stört zwar die kolossale Dummheit der Leute, welche drei Tage lang planlos durch den Wald laufen ständig Menschen finden, er aber nie schaffen die Hütte zu verlassen oder wirklich Hilfe zu holen. Dieses kann man aber auch als genrespezifisch ansehen und leicht drüber hinweg sehen um sich so den Spaß nicht zu verderben. Was überaus positiv ist, ist die Tatsache, dass sich Cabin Fever nicht an die Gesetzt des Horror Genres hält. [Vorsicht Spoiler] Die veraltete Moral „Wer Sex hat und Drogen nimmt stirbt“ kommt hier nicht zu tragen. Der Kiffer scheint nur aus Stillgründen da zu sein, die Jungfrau stirbt zu erst, die Säufer leben verdammt lang und die Bestrafung von Sex scheint auch nicht gegeben zu sein. Einzig moralischer Fingerzeig ist wohl, dass man hilfsbereit seien soll, weil man sonst wenn man selber Hilfe braucht keienr erwarten kann (oder so ähnlich). Was dem Film zusätzliche positive Note gibt, ist das konsequente Anti Happyend. Gore Szenen gibt es nicht zu viele, aber der Gedanke das sich die Haut bei lebendigem Leib beginnt abzuschälen und man Blut kotzt ist auch recht wirkungsvoll. Was auch ganz nett ist, ist dass am Ende der Redneck Mythos ein bisschen durch den Kakao gezogen wird. Der alte Ladenbesitzer, der zu Beginn des Films sagte, dass Gewehr sei für Nigger bekommt nämlich am Ende Besuch von seinen schwarzen Homeboys. Cabin Fever ist bestimmt kein Meilenstein des Horrorkinos, aber bietet doch gute Unterhaltung und eine paar nette Ideen. Das die Macher ein bisschen „The Evil Dead“ zum Vorbild hatten, lässt sich zwar nicht leugnen, aber das trügt den Spaß in keinster Weise.
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