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Jack the Ripper

tth | 22 Dezember, 2005 17:28

Im London des 19. Jahrhundert treibt ein Dirnenmörder (Klaus Kinski) sein Unwesen. Er tötet die Huren, verstümmelt und verstückelt sie und versenkt ihre Überreste nachher im Kanal. Die Londoner Polizei unter der Leitung von Inspektor Selby schafft es nicht dem Mörder auf die Schliche zu kommen. Bei diesem handelt es sich um den Arzt Dr. Dennis Orloff, der tagsüber die Armen von London medizinisch versorgt, aber des Nachts seinen mörderischen Trieben nachkommen muss. Erst der Angler Charlie (Herbert Fux) erkennt den Arzt, kommt aber nicht mehr dazu das Geheimnis auszuplaudern. Am Ende versucht die Selbys Geliebte als Hure verkleidet, den Massenmörder aufzuspüren.

Jess Franco und Erwin C. Dietrich sind ja eher für billig produzierte Exploitation und Sexploitation Filme bekannt, als für große Filme. Jack the Ripper ist zwar auch kein unbedingt großer Film, kann aber mit dem großen Schauspieler Klaus Kinski aufwarten, welcher dem Film, der zu Francos besten Werken zählt, einiges an Klasse geben. Dennoch trägt der Film ganz klar Francos Handschrift. Er arbeitet wie so häufig, mit vielen Zooms und anderen für ihn typischen Spielrein. Kinski spielt den Jack der Ripper überzeugend, wenn er sich auch unter Wert verkauft. Aber das mag daran liegen, dass er in dieser Produktion einfach nicht die Möglichkeit hatte sein ganzes schauspielerisches Können unter Beweiß zu stellen. Ein bisschen mehr Wahnsinn hätte der Rolle des Rippers zwar gut getan, aber so etwas hätte wohl Jess Francos Möglichkeiten überstiegen. Was mir persönlich noch Gefallen hat, ist dass Jack the Ripper hier als eine Art Jekyll/Hyde Figur angelegt ist und dass sein Mordmotiv zum Rest des Films passt (Das ist in From Hell mit Jonny Depp nicht so). Neben Kinski kann lediglich Herbert Fux als Charlie schauspielerisch überzeugen. Die Huren sind ganz ansehnlich und haben auch ihre erotischen Momente, wenn diese auch meistens direkt vor den Morden stattfinden. Dieses sorgt dafür, dass der Film so seine Sleaze Momente hat, die aber nur einen kleinen Teil ausmachen. Neben Kinski lebt der Film größten Teils von seiner stimmigen Atmosphäre. Es gibt viel gute in Szene gesetzten Nebel, durch den die Huren und der Ripper wandeln können. Da stört nur, dass man dem Film doch recht stark ansieht, dass er nicht in London sondern im schweizerischen Zürich gedreht wurde. Spannend ist der Film, da man von Beginn an weiß wer der Killer ist, leider nur an den Stellen wo die Prostituierten getötet werden. Dafür gibt es aber ein paar Bluteffekte, wenn die Huren zerstückelt werden. Klasse Film!


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